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Entwicklung des Parteiensystems

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1972 – 1976
Die umstrittene Ostpolitik der sozial-liberalen Koalition war das bestimmende Thema der vorgezogenen Bundestagswahl 1972. Willy Brandt vermochte eine größere Anziehung auszuüben als Rainer Barzel. Die eindeutige Wahlniederlage der Christdemokraten – die stellten zum ersten mal nicht die stärkste Fraktion – führte zu einer organisatorischen und programmatischen Neubelebung der CDU. Die SPD-FDP-Regierung hatte eine solide Mehrheit im Bundestag.
Nach 1972 setzte sich in Teilen der SPD eine verstärkte Re-Ideologisierung durch – vor allem keine klare Abgrenzung gegenüber kommunistischen Organisationen. 1972 mußte Brandt im Zusammenhang mit der Enttarnung eines DDR-Spions in seinem Mitarbeiterstab zurücktreten. Sein Nachfolger Helmut Schmidt versuchte, verlorenes Terrain zurückzugewinnen, Kohl löste Rainer Barzel bei der CDU ab.
Die Landtagswahlen zwischen 1974 und 1976 ließen einen eindeutigen Trend zugunsten der Christdemokraten erkennen. Die FDP konnte sich auf kleinem Niveau insgesamt im Parteienspektrum stabilisieren.

1976 – 1980
Die CDU/CSU erreichten bei der Bundestagswahl zwar 48,6 %, SPD (42,6) und FDP (7,9) bildeten aber mit schwacher Mehrheit erneut die Regierung. Gerade die schmale Mehrheit zwang innerparteiliche Randgruppen zur Mäßigung. Rechts- und linksextreme Parteien erhielten keinen Zulauf.
Innerhalb der CDU führte die erneute Opposition verstärkt zu Anstrengungen zur Herauslösung der FDP aus der Koalition, in der CSU wurde auf der berühmten Klausurtagung in Wildbad Kreuth diskutiert, die seit 1949 bestehende Fraktionsgemeinschaft mit der CDU aufzukündigen und eine eigenständige Fraktion zur besseren Profilierung zu gründen. Der Konflikt konnte jedoch wieder beigelegt werden.
Der Stabilitätskurs der Regierung Schmidt-Genscher führte gesamtwirtschaftlich zu respektablen Ergebnissen. Allerdings war der Linksterrorismus mehr und mehr zu einer Herausforderung für die innere Sicherheit geworden (Entführung Schleyers, Flugzeugentführung). Nicht zuletzt die Ereignisse jener Tage begründeten weiter das Ansehen der Bundesregierung in der breiten Öffentlichkeit. Darüber hinaus konnte der Kanzlerkandidat der Union, Franz Josef Strauß auch Teile der eigenen Anhängerschaft nicht voll überzeugen.
  
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