1953 – 1957
Bei der Bundestagswahl 1953 erreichten CDU/CSU mit 45 % fast die absolute
Mehrheit der Mandate. Durch Bildung der Regierung mit FDP, DP und dem Bund der
Heimatvertriebenen und Entrechteten verfügten sie über 2/3-Mehrheit,
die SPD nicht mehr über die zur Verhinderung von Verfassungsänderungen
notwendige Mandatszahl. Dieses Wahlergebnis kam durch die erfolgreiche
Regierungsarbeit Adenauers zustande, die Parteien CDU/CSU spielten keine
herausragende Rolle. Zugespitzt: die Regierungserklärungen bildeten das
Parteiprogramm. Im Gegensatz zur CSU, die sich bald wie eine moderne
Massenpartei organisierte, blieb die CDU lange Zeit ein Honoratorenverein.
Die FDP verließ 1956 die Koalition wegen dem Versuch der CDU, CSU und
DP ein Wahlsystem durchzusetzen, das Parteien mit Direktmandaten
begünstigte. Dies konnte durch den Widerstand von SPD und FDP verhindert
werden.
1957 – 1961
Die Konzentrationsbewegung innerhalb der Parteienlandschaft setzte sich bei
der Bundestagswahl 1957 fort, die CDU/CSU errangen die absolute Mehrheit der
Mandate und Stimmen; sie beerbte damit vor allem die zumeist bürgerlich
eingestellten kleineren Parteien. Auch die Landtagswahlen zwischen 1957 und 1960
brachten keine Auffächerung des Parteiensystems.
Mit dem Godesberger Programm von 1959 vollzog die SPD eine Wende; sie
rückte von veralteter marxistischer Ideologie ab und entwickelte sich zu
einer Volkspartei. Der scharfe ideologische Gegensatz zur CDU/CSU verlor an
Bedeutung, zumal fundamentale Entscheidungen (z.B. Westintegration) sich sowieso
nicht mehr rückgängig machen ließen.
Ursachen des Konzentrationsprozesses:
- Zurückhaltung der Alliierten bei der Lizenzierung der dt. Parteien.
- Führende Politiker zogen die Konsequenzen aus der Parteienvielfalt der
Weimarer Republik.
- Die Wähler stellten sich hinter die überkonfessionelle
Sammlungspartei.
- Die Fünfprozentklausel tat ihr übriges, ein Parteienvielzahl zu
verhindern.
- Die wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung verstärkte die Hinwendung
zu etablierten Parteien.
- Die Lösung gewichtiger Probleme entzog bestimmten kleinen Parteien die
Legitimation.
- Rechtsextreme (verhindert durch enge Kooperation mit den Westmächten)
und Linksextreme (Beispiel DDR) hatten keinen Rückhalt in der
Bevölkerung.
1961 – 1965
Der Umorientierungskurs der SPD zeigte bei der Bundestagswahl 1961 erste
Erfolge, auch die FDP errang mit 12,8 % ein beachtliches Ergebnis. Obwohl die
FDP vor der Wahl eine erneute Koalition unter Adenauer abgelehnt hatte, ging sie
zu guter Letzt wieder in die Regierung; dies lastete ihr in der Folgezeit den
Makel der „Umfall-Partei“ an.
Eine Zerreißprobe ergab sich im Jahre 1962 durch die sog.
„Spiegelaffäre“.
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