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Schwacher Beitrag zur Politik-Kritik
• • • • •   (bewertet mit 2 von 5 Punkten)

Über den Titel kann man lange sinnieren - auch nach Lesegenuss. "Wir holen uns die Politik zurück!" Was soll das bedeuten? Machen wir selbst die Politik, die bezahlte Politiker nicht auf die Reihe kriegen? Oder ergänzen wir sie (nur)? Oder binden wir unsere politischen Vertreter irgendwie an unseren Willen?
Axel Brüggemanns Buch bleibt da nebulös. Er beschreibt einige Politikmuster recht anschaulich, leider meist ohne Quellenangabe, aber einen Neu- oder Gegenentwurf präsentiert er nicht. Vieles bleibt widersprüchlich. So hat er keine Probleme damit, dass Abgeordnete ihre Diäten selbst festsetzen, andererseits kritisiert er die Pareienfinanzierung als von den Parteien selbst beschlossen (meint: von den abgeordneten Parteimitgliedern). Seinen eigenen Vorschlag, Abgeordnete sollten als Politiker weiterhin genau das als Vergütung erhalten, was sie vorher in ihrem Beruf erhalten haben (also Maurerlohn oder Managergehalt), diskutiert er nur so kurz, dass er wirr wirkt. Immerhin stellt er fest: "Ungültig wählen ist auch eine Wahl". Aber statt die vielfältigen Reformideen, die es längst gibt, journalistisch aufzuarbeiten, stellt Brüggemann viele Fragen und bilanziert am Ende des Buches: "All diese ungelösten Fragen zeigen: Deutschland hat ein ernsthaftes Demokratieproblem." Wie "wir" welche Politik wohin zurückholen, bleibt dabei völlig offen.
Fazit: Die Problembeschreibung ist richtig, aber in Teilen sehr oberflächlich, eigene Lösungsvorschläge oder auch nur Hinweise auf längst publizierte Ideen fehlen. Dass wir wichtiges überlesen hätten, legt auch das äußerst schmale Literaturverzeichnis nicht gerade nahe.
Eine Rezension von Helgoländer Vorbote >
vom 3. Januar 2010
Kundenrezensionen:
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