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Wirklich interessant und ernüchternd zugleich
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Das Buch beschreibt, wie es um das Demokratieverständnis einer Partei steht, wenn führende Persönlichkeiten und ihre Hintermänner/-frauen die Macht vor Augen haben. Jeder Wähler muss angesichts der Zustände, die hier beschrieben werden, den Glauben an die politischen Entscheidungsprozesse in unserem System verlieren. Denn was sich hier in der Hessen-SPD abgespielt hat, lässt sich auf andere Parteien mühelos übertragen, auch auf die CSU in Bayern. Interessant ist, wie wenig Rücksicht auf die Verfassung genommen wird, wenn Gewissensentscheidungen von Abgeordneten nicht ernstgenommen werden, ebenso bedenklich ist der Umgang mit der Wahrheit. Wer in Gruppen unterwegs ist, muss sich mit Gruppendynamik gut auskennen, d. h. auch, ich muss versuchen, alle mitkommen zu lassen und nicht einfach nur rücksichtslos vorzupreschen. Dieses Buch erzählt am Beispiel der Hessen-SPD über Mechanismen in einer Parteiführung, die in anderen Parteien, aber auch in jeder sozialen Einrichtungen genauso vorkommen können. Wer solchen Gruppen vorstehen will, sollte sich in Sachen Gruppendynamik, Konfliktverhalten, demokratischer Entscheidungsfindung usw. gut auskennen. Die Akteure im Buch, nicht nur Andrea Ypsilanti hatten das erforderliche Knowhow nicht. Noch etwas sollte klar sein: Wer sich an ein Versprechen hält und sich seinem Gewissen verpflichtet, unterstützt damit noch lange nicht die Wahl des Gegners. Auch wenn manche das nur schwer begreifen: Solche Schlüsse sind keinesfalls logisch.
Eine Rezension von S. Ingolstadt >
vom 25. Dezember 2009 |