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Entwicklung des Parteiensystems1945 – 1949
Auf der Potsdamer Konferenz vom 17. Juli bis 2. August 1945 legten die
Siegermächte USA, UdSSR und Großbritannien fest, in ganz Deutschland
demokratische Parteien zuzulassen. Die Besatzungsmächte hegten dabei die
Befürchtung, daß sich unter dem Deckmantel der demokr. Parteien auch
viele NSDAP-Mitglieder wieder aktivieren und gegen die Alliierten mobilisieren
könnten. Alle zugelassenen sog. Lizenzparteien verurteilten den
Nationalsozialismus entschieden; die Parteien der SBZ mußten allerdings
den Weg der politischen Gleichschaltung gehen. So erwies sich z.B. bald,
daß die Kommunisten in ihrer Besatzungszone nicht willens waren, die
demokratischen Spielregeln eines Mehrparteiensystems einzuhalten.
Die Entwicklung bei den ersten Nachkriegswahlen zu den Landtagen ab 1949
lieferte noch kein einheitliches Bild von der Stärke der Parteien. Die
schlechte wirtschaftliche Situation schien eher ein zersplittertes
Vielparteiensystem ähnlich wie nach dem Ersten Weltkrieg und eine
Radikalisierung zu begünstigen. Doch gab es einige andere Konstellationen,
die kurz gefaßt positivere Bedingungen schufen:
Im Gegensatz zur Entwicklung nach dem Ersten Weltkrieg waren die
Besatzungsmächte sehr bald nicht mehr Gegner sondern Partner und
Unterstützer der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung, insbesondere
die Westalliierten (Ost-West-Konflikt).
Die ersten Landtagswahlen nach 1945 sahen die CDU/CSU als Sieger (37,7 %),
knapp dahinter die SPD (35 %). Nachdem der Parlamentarische Rat, die 65
Mitglieder starke verfassungsgebende Versammlung, das Grundgesetz verabschiedet
hatte, konnten die ersten Bundestagswahlen stattfinden.
1949 – 1953
Kräftemäßig ergab sich bei der Bundestagswahl das gleiche
Bild, obwohl auch viele Stimmen an kleinere Parteien gingen (rund 60 % an CDU
und SPD). Konrad Adenauer bildete eine Regierung aus CDU, CSU, FDP und Deutsche
Partei. Zwar wurde Adenauer nur mit einer einzigen Stimme Mehrheit zum Kanzler
gewählt, doch seine Basis verbreiterte sich vor allem durch die Abnahme der
Vielzahl von Parteien in der Folgezeit (Übertritte von Abgeordneten
anderer Parteien). 1951 wurden Verbotsanträge gegen die sozialistische
Reichspartei und gegen die KPD gestellt.
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